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Legitimiert Meinungsfreiheit die Diffamierung des Islam?
16. Januar 2010

Muslim § Recht hat eine Umfrage von Dezember 2009 bis Januar 2010 durchgeführt, bei der ca. 206-mal geklickt   worden ist. Die Frage lautete: „Legitimiert Meinungsfreiheit die Diffamierung des Islam?“.

Leider zeigt die derzeitige Situation in Deutschland und ganz Europa, dass der Islam und seine Fundamente unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit ständig diffamiert werden. Die Beleidigungen den Islam und der muslimischen Gemeinschaft gegenüber legitimieren die Provokateure mit dem individuell interpretierbaren Begriff der Meinungsfreiheit. Von daher hat sich Muslim § Recht für diese Umfrage entschieden, um das allgemeine Bild bezüglich der Meinungsfreiheit in der Gesellschaft in Erfahrung zu bringen. Darüber hinaus wird im Folgenden das Thema aus der islamischen Perspektive erörtert.

Die Umfrage „Legitimiert Meinungsfreiheit die Diffamierung des Islam“  von Dezember 2009 bis Januar 2010 hat folgende Statistik ergeben:

Der Ursprung der Demokratie

Europa befand sich  für längere Zeit im Mittelalter. Aus Sicht der westlichen Philosophen war das Mittelalter ein dunkles Zeitalter, eine Epoche des Zerfalls und des Niedergangs.

Dieses Zeitalter kennzeichnen zwei Merkmale. Das erste Merkmal, das diese Epoche kennzeichnet, ist der Feudalismus. Die Produktion war stark von der Naturalwirtschaft geprägt; der überwiegende Teil der Bevölkerung bestand aus Bauern. Sie waren aber nicht Eigentümer des von ihnen bestellten Landes. Dieses Land war Eigentum der Grundherrn. Die Bauern befanden sich im Zustand der Leibeigenschaft. Sie waren also abhängig vom Willen ihres Grundherrn und somit Knechte. Das Mittelalter kannte nämlich nur eine streng hierarchisch geordnete Gesellschaft, die durch das Lehnswesen in Herren und Knechte unterteilt wurde, sodass Macht und Reichtum der Elite auf Knechtschaft der nichtadeligen Gesellschaftsschicht gründete. Nur so konnte der Adel seinen Lebensstandard überhaupt aufrechterhalten, an dessen Spitze Kaiser und Papst standen. Der Adel profitierte von der bestehenden Gesellschaftsordnung und dem Lehnswesen. Aber der Adel stellte gerade einmal 10% der Bevölkerung dar, sodass das eigentliche Interesse der Frage gelten muss, wie es um die restlichen 90% stand. Da die dünne Schicht des Adels keine produktive Arbeit kannte, musste der weitaus größere Bevölkerungsteil durch harte körperliche Arbeit für den Unterhalt dieser Elite aufkommen, die ein üppiges Leben führte.


Das zweite Merkmal, welches das Mittelalter kennzeichnet, ist der Christliche Glaube. Die unzähligen Dogmen, die die Kirche aufstellte, brachten die Menschen in ihrer Dekadenz und ihrem Analphabetentum dazu, der Kirche treu ergeben zu sein. Die Kirche nutzte dies natürlich so gut wie nur möglich aus. Nicht genug, dass die weltlichen Herren ausschließlich von der Arbeit ihrer Bauern lebten, griff auch noch die Kirche in die fast leeren Taschen ihrer Knechte. Denn zu den weltlichen Abgaben kam nämlich noch der Kirchenzehnt als weitere Belastung hinzu. Wer auf die Idee kam, der Kirche diese Abgabe zu verweigern, setzte immerhin sein Seelenheil aufs Spiel. Außerdem ließ die Kirche keinen wissenschaftlichen Fortschritt zu. Somit waren allen Denkern, Philosophen und Wissenschaftlern die Hände gebunden. Die Inquisition war die Waffe der Kirche zur Beseitigung all jener unliebsamer Personen, die nicht der kirchlichen Lehre entsprachen.


Da mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Staatsgebilde der Antike unterging, war die Eroberung Konstantinopels durch die Muslime 1453 jenes Ereignis, welches das Ende des Mittelalters markierte. Desweiteren war der dadurch ausgelöste Strom byzantinischer Flüchtlinge und Gelehrter nach Italien hauptverantwortlich für den Beginn der Renaissance. Das französische Wort Renaissance bedeutet Wiedergeburt. Im weiteren Sinne meint Renaissance die Wiedergeburt des Einflusses des klassischen Altertums auf die Wissenschaft, die Literatur, die Gesellschaft, das Leben der vornehmen Kreise und die Entwicklung der Menschen hin zu individueller Freiheit - im Gegensatz zum Ständewesen des Mittelalters.


Die Renaissance stellt nach Ansicht der europäischen Philosophen das Erwachen der Denker aus ihrem Jahrhunderte dauernden Schlaf im Mittelalter dar. Diese Philosophen und Denker gebaren die Idee des Säkularismus, aus der später die Ideologie des Kapitalismus mit dem sogenannten freiheitlich-demokratischen Regierungssystem entstehen sollte.


Die Demokratie ist ein Regierungssystem, dessen Überzeugungsfundament der Säkularismus ist. Dieser Säkularismus verlangt die absolute Trennung zwischen Staat und Religion. Aus diesem Überzeugungsfundament entspringt das demokratische Regierungssystem. Dieses verlangt, dass die Souveränität dem Volke gehört. Somit ist es das Volk, das das Legislative Organ des Staates direkt oder indirekt wählt. Doch zur Souveränität des Volkes gehört es auch, dass jedem Individuum vier unveräußerliche Grundfreiheiten gewährt werden; die Eigentumsfreiheit, die Persönliche Freiheit, die Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit. Somit sind Säkularismus und Demokratie mit ihren Grundfreiheiten die reaktionären Ideen der europäischen Philosophen aus dem Zeitalter der Renaissance. Die Aktion, die dieser Reaktion vorausging, war die Unterdrückung der europäischen Denker und Philosophen durch die Kirche, allem voran wurden sie in ihrer Meinungs- und Gedankenfreiheit unterdrückt. Als Reaktion hierauf entwickelten die europäischen Denker die Idee der Demokratie mit ihren vier Grundfreiheiten. Eine Reaktion jedoch ist keine zielführende Methode um zu Problemlösungen für den Menschen zu gelangen. Einzig und allein Allah (s.w.t.) ist in der Lage, dauerhafte Lösungen für die Herausforderungen der Menschheit zu bieten.

So sagt Er (s.w.t.):

Kennt Er den denn nicht, den Er erschaffen hat? Und Er ist der Nachsichtige, der Allkundige. (Sura 67/ Aya 14)

Die Idee der Demokratie steht im diametralen Widerspruch zum Islam. Denn in der Demokratie ist der Mensch selbst die höchste Instanz, der Gesetzgeber, der nach seinem Gutdünken Gesetze erlässt. Im Gegensatz hierzu steht der Islam für uneingeschränkte Unterwerfung unter den Willen des allmächtigen Schöpfers, nämlich Allah (s.w.t.).

So spricht Der Gewaltige (s.w.t.):

Meint der Mensch etwa, er würde sich selber überlassen sein? (75/36)

Der Islam basiert unter anderem auf der Überzeugung, dass Allah (s.w.t.) Der Einzige ist, der weiß, was für den Menschen gut oder schlecht ist und somit auch Der Einzige, Dem die Eigenschaft des Gesetzgebers zusteht; und zwar Gesetzgeber für sämtliche Bereiche menschlichen Wirkens. Der Islam trennt also nicht zwischen Staat und Religion. Vielmehr gebietet der Islam, sich in sämtlichen Angelegenheiten des Lebens dem Willen Allahs (s.w.t.) zu ergeben. Die Souveränität und die Gesetzgebung einzig und allein Allah (s.w.t.) zu. Folglich gibt es im Islam keine Demokratie und auch keine Grundfreiheiten im demokratischen Sinne. Der Mensch hat lediglich die Freiheiten, die im die Shari’a, die Islamische Gesetzgebung, zugesteht, jedoch keine, die von Menschen ersonnen worden sind.

In Sura Al-baqara heißt es:

Oh die ihr glaubt, tretet gänzlich  in die Ergebung ein und folget nicht den Fußstapfen Satans; wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind. (2/208)

Das Versagen der Meinungsfreiheit

Die Meinungsfreiheit zählt zu den wichtigsten Grundrechten bzw. Grundfreiheiten einer Demokratie. Jedoch bleibt die Meinungsfreiheit genauso wie alle anderen Grundfreiheiten ein Mythos, ein Traum der  Philosophen aus dem Zeitalter der Renaissance. So sagt der bekannte Politologe Noam Chomsky: "Wenn du an Meinungsfreiheit glaubst, glaubst du an eine Meinungsfreiheit, bei der die Dinge so dargestellt werden müssen, wie du sie nicht vertretest." Goebbels befürwortete die Meinungsfreiheit insofern, als dass sie seinen Ansichten nicht wiedersprach. Genauso verhält es sich auch mit Stalin. Wenn du Meinungsfreiheit befürwortest, dann befürwortest du genau die Dinge, die deiner Ansicht wiedersprechen.


Somit haben alle demokratischen Verfassungen Grenzen und Regulierungen in Bezug auf die Meinungsfreiheit, insbesondere wenn es um die Themen Antisemitismus, Nationale Sicherheit oder Verherrlichung des Terrors geht.


So gestatten die selbsternannten Verfechter der Meinungsfreiheit (die Westmächte) keinerlei Kritik an Israels bestialischer Politik des Mordens an den Palästinensern, da dies ja unter den Begriff des Antisemitismus fällt. Auch werden Journalisten kein Einblick in das Konzentrationslager Guantánamo gewährt. Ebenso ist es nicht gestattet, neuerlich aufgetauchte Folterfotos aus dem Irak zu veröffentlichen. Denn all dies gefährde ja die Nationale Sicherheit. Ferner darf man den Muslimen in den okkupierten Ländern wie dem Irak oder Afghanistan kein Recht auf Selbstverteidigung zusprechen, denn dies ist ja wohl eindeutig Verherrlichung des Terrors. Somit ist Meinungsfreiheit nur dann gestattet, wenn sie keine Kritik am Westen beinhaltet.


Mithilfe der Meinungsfreiheit legitimiert man die  Diffamierung des Islam

Anhand folgender Punkte wird ersichtlich, dass die Meinungsfreiheit unter anderem ein Instrument zur Diffamierung des Islam ist

  1. Im September 2005, einige Tage vor Beginn des Ramadan, druckte die dänische Zeitung Jyllands-Posten eine Karikatur, die auf dekadenteste Art und Weise unseren geliebten Propheten Muhammad (s.a.s) angriff. Der Chef-Redakteur der Zeitung Flemming Rose legitimierte diese niveaulose Hetzte gegen den Islam mit folgenden Worten: "Unser Ziel war es einfach, die selbstverschuldeten Barrieren der Meinungsfreiheit zu brechen, da sie immer enger wurden.“ Erstaunlicherweise hatte jedoch die selbige Zeitung im Jahr 2003 die Publikation von Jesus-Karikaturen mit folgender Begründung abgelehnt: "Ich glaube nicht, dass die Zeichnungen den Lesern von 'Jyllands-Posten' gefallen werden. Ich denke, sie würden würden für einen Aufschrei sorgen. Darum werde ich sie nicht verwenden." Ferner wäre die dänische Zeitung Jyllands-Posten niemals imstande gewesen, unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit eine Karikatur zur veröffentlichen, welche etwa den Holocaust negiert. Dies würde einen verlogenen Aufschrei der Empörung und die Antisemitismus-Keule nach sich ziehen.

2.    Am 27. März 2008 veröffentliche der holländische Politiker und Islam-Hasser Geert Wilders den Kurzfilm   Fitna, in dem er seinen tief sitzenden Hass gegen den Islam und die Muslime zum Ausdruck bringt. So setzt er in seinem Hetz-Streifen den Islam mit Gewalt, Kommunismus und Nazismus gleich. Aber Geert Wilders würde niemals auf die Idee kommen, einen Film im Namen der Meinungsfreiheit zu produzieren, in dem er Israels barbarische Apartheitspolitik mit der Naziherrschaft im Zweiten Weltkrieg vergleichen würde.

In 2007 behauptet Wilders:

"Der Kern des Problems ist der faschistische Islam, die kranke Ideologie von Allah und Mohammed, wie sie im islamischen "Mein Kampf" niedergelegt ist: Im Koran... verbietet dieses elende Buch, so wie auch mein Kampf verboten ist!" Die letzten Worte dieses Hasspredigers, welche in der Zeitung "De Volksrant" erschienen sind, waren folgende: "Ich habe genug vom Islam in den Niederlanden: keine muslimischen Immigranten mehr. Ich habe genug von der Verehrung Allahs in Holland: keine Moscheen mehr. Ich habe genug vom Koran in Holland: verbietet das faschistische Buch." Diese Ausbrüche legitimierte er mit der Meinungsfreiheit. Aber wie kann Geert Wilders mit der Meinungsfreiheit argumentieren, wenn er gleichzeitig versucht, diese mit einem Quran-Verbot zu untergraben? Kann die Heuchelei denn noch offenkundiger sein?

Die islamische Alternative zur Meinungsfreiheit

Die islamische Alternative zur Meinungsfreiheit ist das Gebieten des Guten und das Verwehren des Schlechten. So sagt Allah (s.w.t.):

Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das, was Rechtens ist, und ihr verbietet das Unrecht, und ihr glaubt an Allah. Und wenn die Leute der Schrift geglaubt hätten, wahrlich, es wäre gut für sie gewesen! ( 3.110.)

Was dieses Konzept im Detail bedeutet, soll mit dem folgenden Beispiel aus der Zeit des zweiten der Rechtgeleiteten Kalifen vor Augen geführt werden.


Zur Zeit des zweiten Kalifen Umar ibn Al-khattab (r.a.) wurden Kleidungsstücke, welche im Krieg erbeutet wurden, unter den Menschen verteilt. Jeder der Gefährten (r.a.) des Propheten Muhammad (s.a.s.) erhielt ein Kleidungsstück. Und so stand Umar auf, um zu sprechen und sagte: "Senkt eure Stimmen, sodass ich euch hören kann." Er trug an diesem Tag zwei Kleidungsstücke. Da sagte Salman al-Farisi: "Bei Allah, wir werden dich nicht anhören, denn du hältst dich für etwas besseres als dein Volk." "Wie bitte?" fragte Umar. Er antwortete: "Du trägst ja zwei Kleidungsstücke, und alle anderen tragen nur eins." Umar rief: "Oh Abdullah! Niemand antwortete ihm. Er rief wieder: "O Abdullah ibn Umar!" Abdullah, sein Sohn sagte: "Zu Ihren Diensten!" Umar sagte: "Ich bitte dich, bei Allah, hast du nicht gesagt, dass das zweite Stück dir gehört?" Abdullah sagte: "Ja." Salman sodann: "Jetzt können wir dich anhören."


An diesem Beispiel wird ersichtlich, dass die Muslime beim Gebieten des Rechten und beim Anprangern des Unrechts kein Blatt vor den Mund nehmen sollen. Die Muslime waren derart sensibel dieser Angelegenheit gegenüber, dass sie sogar den Führer der Muslime für eine „Kleinigkeit“ angeprangert hatten.

M§R

 

 

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